Das Helios ist ein 58 mm – f/2.0. Da die gedrehte Linse im Helios 44-2 anders gebogen ist, fällt der Swirl anscheinend nicht ganz so heftig aus. Genug um das Umfeld zu verwirbeln – nicht zu viel um aufdringlich zu werden. Auch das Zentrum des Bildes ist mit Blende 2.0 noch gut zu fotografieren und es entsteht auch eine beachtliche Schärfe, die selbst bei Blende 2.0 noch ausreichend vorhanden ist. Beim Pancolar kann man mit einer Vollformatkamera kaum unter f/4.0 eine anständige Schärfe erzielen.

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Zunächst eine kleine Beschreibung von Konkav und Konvex damit das in der späteren Beschreibung nicht zur Verwirrung führt: Konkav – das Mädel war brav – also nach innen gewölbt. Konvex – sie hatte Sex – also mit Bauch, ergo nach außen gewölbt.

Genauso wie mit dem Pancolar, kann man auch die Linsen im Helios drehen. Hier mal wieder ein Aufbau ( siehe auch http://www.g-st.ch/privat/kameras/zenitbuchtext.html). Links im Bild die Seite wo das Licht in das Objektiv fällt – rechts die der Kamera zugewandte Seite. Die senkrechte Linie in der Mitte zeigt die Lage der Blenden.

Schnitt durch das Helios 44-2 58 mm

Im Helios habe ich auch die Linse rechts von den Blenden gedreht – ähnlich der beim Pancolar. Um die Linse herauszudrehen bedarf es hier aber eines Spannschlüssels. Alternativ kann man auch mit einer metallenen Schieblehre in die Nuten des Halterungsringes greifen und diesen drehen. (Lasst euch dabei aber nicht von dem männlichen Bewohner des Hauses erwischen, der könnte böse werden, wenn man Werkzeug zu falschen Zwecken missbraucht.)

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Das Helios 44-2 – 58 mm – f/2.0

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Es geht um den oberen Tubus

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Einfach herausdrehen – gegen den Uhrzeigersinnn

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Nun mit dem angepassten Stahlvierkantspannschlüssel in die Nut rechts und links am Ring greifen und diesen Ring herausdrehen.

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Ring lose

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Linse herausnehmen und mit der konvexen Seite nach außen wieder in den Tubus einbauen, Spannring einschrauben, Tubus in Objektiv schrauben.

Fertig – das war es. Und nun ab raus fotografieren und ausprobieren. Seid aber vorsichtig – jede Kamera ist anders und ihr müsst schon aufpassen, dass die Kamera bei solchen Spielchen mit alten Linsen nicht kaputt geht. Viel Spaß dabei!Helios 44-2, 58 mm, USSR, Objektiv, analog, Linse drehen, f/2.0, konvex, konkav, Linsengruppe, Linsendreh,

Ich übernehme keine Garantie, dass es bei Euch auch so klappt. Wenn Ihr Linsen an Euren Objektiven dreht, dann auf eigenes Risiko!

14 Kommentare
  1. Parker Arrow
    Parker Arrow sagte:

    Du hast den Effekt wirklich gut erklärt! Das Objektiv ist wirklich eine klasse Linse für kleines Geld. Ich habe das Objektiv vom einem guten Freund geschenkt bekommen und nutze es wirklich extrem gerne. Ich mag den Vintage Charakter und vor allem auch das leicht „swirly“ Bokeh. Das hebt mittige Objekte einfach nochmal ganz anders hervor.

    Vor ein Paar Wochen habe ich es auch mal zum filmen verwendet und auch dort liefert es einen genialen Look. Ein stabilisierter Sensor hilft aber sowohl für Photo als auch Video.

    VG,Parker

    Antworten
  2. Olaf Bösing
    Olaf Bösing sagte:

    Hallo, ich habe die Berichte hier gelesen und bin begeistert. Ich habe ein Heios 44-4 kann ich da auch die Linse drehen. Liebe Grüße aus Bocholt.

    Antworten
    • Seh-N-Sucht
      Seh-N-Sucht sagte:

      Hallo Olaf,

      ich kenne das 44-4 nicht. Auch gibt es von verschiedenen Objektiven über die Jahre unterschiedliche Bauarten.

      Ringe, die man vorsichtig heraus dreht kann man im allgemeinen auch wieder vorsichtig eindrehen, aber das musst Du selber entscheiden, ob Du es Dir zutraust, es machst oder nicht. Je nach Linse, die man drehen kann, ergibt sich eine mehr oder weniger große Veränderung im Bild. Dreht man eine konkav-konvex Linse, so passiert am meisten. Vielleicht findest Du im Netz eine Zeichnung zum Aufbau Deines Objektivs und kannst danach erkennen, welche Linsen im Objektiv verbaut sind, ob man im einzelnen daran kommt und ob man diese drehen kann.

      Meine beiden Objektive hier waren sehr günstig. Der „Schaden“ wäre nicht sehr groß gewesen. 😉

      LG, Birgit

      Antworten
  3. Bine
    Bine sagte:

    Liebe Birgit,

    vielen Dank für die Infos.
    Dann ist es wohl am sinnvollsten wenn ich die Blende soweit als möglich öffne um den Effekt zu verstärken, oder?

    LG

    Bine

    Antworten
    • Seh-N-Sucht
      Seh-N-Sucht sagte:

      Hallo Bine,

      ich weiß nicht, an welcher Kamera du das Objektiv gebrauchst. VF oder Crop macht einen Unterschied. Beim Pancolar mit gedrehter Linse brauche ich mindestens f/5.6 um etwas Schärfe in der Bildmitte zu bekommen. Beim Helios hängt es davon ab, welche Linse ich gedreht habe und was ich fotografiere, ob ich Zwischenringe benutze, welche Abstände ich zum Motiv und Hintergrund habe. Was das Bokeh angeht hängt es auch mit vielen anderen Dingen zusammen. Licht, Strukturen, Abstände …
      LG, Birgit

      Antworten
    • Seh-N-Sucht
      Seh-N-Sucht sagte:

      Hallo Bine,

      ich kann mein Helios nur im Nahbereich nutzen, weil es sich Richtung unendlich in den Spiegelweg schraubt und der Spiegel daran hängen bleiben würde. Generell bringt so ein Effekt mehr am Vollformat als an der Crop-Kamera und da das Bokeh im Hintergrund entstehen sollte ist es immer gut den Gegenpunkt – das scharfe Motiv – im Vordergrund zu haben.

      Hier ist mal ein Test auf relative Entfernung – wie gesagt – ich kann damit nicht auf unendlich fokussieren!

      Hier wird das Twist 60 – ein Lensbabyobjektiv an Crop / Vollformat gegenübergestellt. Da sieht man sehr gut, was beim Crop durch den kleineren Sensor an Effekt verloren geht.

      LG, Birgit

      Antworten
  4. Wolfgang
    Wolfgang sagte:

    Hallo, das sind wirklich tolle Bilder mit diesem Effekt. Funktioniert das nur mit einer Vollformartkamera oder geht das auch mit einer APS-C Format Kamera? z.b. Canon 700D

    Antworten
    • Seh-N-Sucht
      Seh-N-Sucht sagte:

      Hallo Wolfgang,

      das geht auch mit einer APS-C Camera, sofern das Auflagemaß passt. Zunächst einmal müssen alte Linse adaptierbar sein. Bei Canon habe ich mit den meisten Linsen kein Problem – andere Kameras haben andere Auflagemaße, daher muss man da im Einzelfall gucken.

      Für meine Bilder nutze ich oft einen 1,4-fach Konverter, damit ich sicher sein kann, dass sich die Linse nicht in den Weg des Spiegels schiebt. Das ist aber ein Problem vom Vollformat – der Abstand zum Spiegel ist bei APS-C größer, daher passiert das dort eher selten.

      Genau wie bei vielen anderen Objektiven nutzt du beim APS-C Format die Mitte und erweiterte Mitte des Objektivs. Beim Vollformat nutzt man auch den Randbereich. Das ist bei allen Objektiven so. Ich kenne aber viele, die auch mit den alten Objektiven und gedrehten Linsen mit einer APS-C-Kamera fotografieren.

      Liebe Grüße
      Birgit

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  1. […] zu manipulieren, wie Birgit es in einem Blogbeitrag über den Linsendreh beim Helios 44-2 einmal sehr ausführlich erläutert […]

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